KulturKreis Duesseldorf
KulturKreis Duesseldorf

2013

 

 

Önologie-Ratgeber für Besucher Düsseldorfs

 

Weinführer

 

In vino veritas !

 

Es gibt mehr alte Winzer als alte Ärzte, was der Betrachter sicherlich schon viel früher erkannt hat.

 

Man vertraue keinem WeinRatgeber, sondern nur sich selbst.

Was nicht schmeckt, was nicht mundet, was man nicht genießt, taugt nichts. Auch dann nicht, wenn sogenannte "Fachleute" darüber berichten, denn Fachleute, Kenner und vor allem Liebhaber respektieren den individuellen Geschmack. Genau der muss ertrunken werden und nicht ersoffen, was ziemlich lange währt, sehr, sehr teuer ist, aber Freundschaften stärkt, selbige neu begründet und zu einem allgemeinen Wohlgefühl führt.

 

„Trinke nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Trinkgebot werde.“

 

Weinratgeber deuten heute eindringlich auf die Kompetenz der Schreiber hin:

Zum Beispiel: Diese Anleitung wurde auf chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt.

Dieser Ratgeber hier wurde überhaupt nicht gedruckt

 

Informationen aus Fachzeitschriften.

Die hier vermittelten Informationen werden als Wissen in den In-Restaurants umgesetzt und führen zu hohen Ehren. Kellner begrüßen per Handschlag und Köche per Du und Kuss auf die Wange.

 

Die auf diese Weise gewonnenen “Lebenserfahrungen“ führen im Falle privater Einladungen zum “In-Ritual“:

            "Schön, dass Ihr da seid!"

            "Vielen Dank, dass wir kommen durften!"

Gekocht wird streng nach Rezept – nicht nach Geschmack.

Bier wird abgelehnt - weil: ordinär! Wird nur heimlich hinter vorgehaltenem Weinglas getrunken. (Champagnerglas geht auch)

Der "Connaisseur", so etwa im Alter von zwanzig Jahren, diskutiert die Vorzüge der Premier Grand Cru Classé aus dem Bordeaux und hier besonders die "Unverfälschtheit", die "Nichtverschnittenheit", die absolute "Reinheit", und er hat immer die neuesten Tipps (conditio sine qua non) in Kurzform gedruckt (absolute Gültigkeit) dabei. Natürlich auf weinfestem Kunststoff, falls mal etwas verschüttet (besser wäre wegge-) wird und man nicht mehr "in" sein kann, da die gesamte Erkenntnis verweicht ist. Hier ist genau festgelegt, was Weinpäpste, heute zumeist angelsächsischer Konvenienz, so pro vino ex cathedrieren. Die Progressivität lässt sich am factum, das es hier mittlerweile auch Päpstinnen gibt, ausmachen.

 

Die Angaben in diesen Katechismen sind: Name des Weines, Name des Château, Lage des Vinyards betr. Sonneneinstrahlung, mineralische Bodenbeschaffenheit, Sonnenstunden, Regentage, Jahrgang, und ganz besonders wichtig, wozu man ihn zu trinken hat.

Jahrgangsbeurteilung ist der Höhepunkt der Empfehlungen und manchmal auch das Endhaltbarkeitsdatum.

Wein sollte man nicht verkosten sondern kosten, nicht verproben sondern probieren. – geht auch blind.

 

Übrigens, jeder Weintrinker kann auch Weinkenner werden.

 

Rot- oder Weißwein?

In Frankreich, in Italien, in Spanien, wer würde dort eine solche - mit Verlaub gesagt, überflüssige Frage stellen. Selbstverständlich gilt dort: .... das, was mundet! Warum eigentlich nicht auch bei uns?

 

Zu welchem Essen, welcher Wein?

Nur ein Frevler trinkt einen Jahrhundertwein zum Essen. Nur ein Ignorant kann einen großen Wein überhaupt zum Essen trinken. Solche Kreszenzen bieten sich nur solitär an. Es gilt: höchstens zu zweit. Die Flasche und man selbst. Jeder weitere stört zumeist. Sogar jede weitere,

Weißer Wein zu hellem Fleisch und roter Wein zu dunklem Fleisch. Das ist sehr einprägsam. Es zeugt von der Fähigkeit, lesen zu können, keineswegs aber von der Fähigkeit, genießen zu können.

Und übrigens, der Autor rät jedem Italien-, Spanien- und Frankreichbesucher dringend an, diese Weisheit nicht dorthin zu kolportieren.

 

Wichtig ist nur eines: Hat man Durst, so trinke man Bier, Wasser usw., niemals aber Wein!

Man wählt den Wein. Man kostet den Wein. Dann ist die richtige Zeit, zu entscheiden, welcher und ob man überhaupt etwas dazu isst.

Bei manchen Weinen bieten sich an: Chilli-Schoten, saure Gurken oder Peperoni in Essigessenz

 

Wann trinkt man Wein?

Geburtstag, Hochzeit, Examen, Heiratstag usw., usw. Warum sollte man auf solche Events warten? Lediglich nicht vor und während des Autofahrens. Ansonsten Immer!

 

Wo informiert man sich über Wein?

Hinfahren, wohin auch immer. Mit den Winzern essen und trinken Eigenes Urteil bilden! Geschmack entwickeln und über die sogenannten Weinkenner Freude empfinden.

 

Wo kauft man Wein?

Am besten beim Winzer und beim Händler seines Vertrauens..

 

Des Autors Vademecum des Weins

Abgang

Gemeint ist nicht das Verlassen einer Weinstube oder gar fluchtartigen Selbiges aus “In-Restaurants“ höchstes Kompetenz.

Weich mit langanhaltendem und charakteristischem Kehlkopf-Feeling. (nicht wie bei Othello), so sollte es sein. Beim durch die Kehle gleiten muß ein Glücksgefühl auftreten. Das ist dann der richtige Wein für den Genießer und es bleibt der Geschmack noch lange erhalten.

 

A.P.Nr.

Diese Nummer gibt an, dass alles, was sich in dieser Flasche befindet, legal ist. Keineswegs aber, dass es auch mundet oder gar den Preis wert ist.

 

Auslese

Hierbei handelt es sich nicht um besonders ausgesuchte Weine, die ausschließlich beim Discounter angeboten werden. Auch andere Händler lebensnotwendiger Dinge führen solche Weine.

Auslesen werden ausschließlich aus vollreifen Trauben unter Auslesung aller unreifen und untauglichen Beeren gekeltert. Schade, dass es so etwas nicht auch bei Weinhändlern gibt.

 

Barrique

Ausbau in Eichenfässern sagte man einst. Bei V4A-Tanks gelingt dies allerdings auch - nur muß man dann Eichenspäne mit einfüllen. Aber keine Angst, kein Winzer hat bisher vergessen, seine Weine zu filtrieren. Betongefäße werden ebenfalls eingesetzt. Es geht um die Mikrooxidation und nicht um Weinverfälschung durch zugefügte Gerbstoffe.

 

Beerenauslese

Diese wird aus edelfaulen oder überreifen Beeren bereitet. Der Autor mag sie nach dem Essen, zwischen manchen Gängen, aber am liebsten noch nach dem Essen, möglichst zusammen mit seiner Frau.

 

Betrinken

Gibt es unter Weintrinkern nicht.

 

Bukett

Man wähle das genehme und niemals das oktroyierte Bukett.!

Manchmal staunt der Autor schon sehr heftig, wenn die Roten so durchdringend nach Karamell (kommt vom Diacetyl - entsteht auch beim Bier, zusammen mit dem Pentandion. Dieses kippt dann!) duften oder tolle unüberschwebbare Düfte von Mandel und Vanillin verbreiten. Übrigens, Apfel-, Himbeer- und Pflaumenaromen usw. lassen sich auch sehr einfach synthetisch und geradezu billig produzieren. Erste Regel des Weins: Für € 5.00 pro Liter lässt sich kaum lohnend fälschen.

Übrigens, das Bukett sollte der Charakterspiegel der Traube sein und nicht der Indikator für Essigsäure oder Zusatzstoffe.

 

Deutsches Weinsiegel

Ein überflüssiger Zierrat auf Flaschen, da die Prüfer drei Punkte mehr vergeben müssen als bei der AP.Nr. vorgeschrieben. Es wäre also opportun, eines von beiden wegfallen zu lassen.

Franzosen lachen natürlich über das "Deutsche Weinsiegel", da es nur Kriterien eines Jahrganges berücksichtigt. Die französische Klassifizierung benötigte Jahrzehnte, um zu ihren Festlegungen zu kommen. Man denke nur an die fast 100 Jahre währende Diskussion um den Château Mouton. Allerdings ist das Siegel eine Verkaufshilfe. Leider immer noch.

 

Depot

Hierbei handelt es sich nicht um das Flaschenpfand oder den eigenen Weinkeller, sondern um die notwendigerweise entstehenden Ablagerungen alter und vor allen Dingen überalterter Weine in den Flaschen. Um diese zu entfernen, muß dekantiert werden. Gleichzeitig wird der Wein durch diesen Vorgang noch einmal oxidiert. Er entwickelt sich dann erst richtig – vielleicht sogar richtig schlimm. Richtiges Dekantieren ist wie eine Ultrafiltration.

Besonders eindrucksvoll ist das Dekantieren eines einjährigen Pinot Grigios. Wenn dann noch zwei Stunden Oxidationszeit zugegeben werden, dokumentiert der Hausherr seine Kompetenz als Biertrinker.

 

Diabetiker-Weinsiegel

Dieses Siegel garantiert, was auf dem Rückenetikett vermerkt ist. Der Autor fand dies wunderbar, konnte er doch auch endlich mit einigen Freunden ein Schöppchen genießen, ohne diese ins Koma fallen zu sehen oder er selber Gewissensbisse bekäme.

Die Bezeichnung Diabetikerwein ist mittlerweile untersagt worden. Völlig zu Recht.

 

DLG Deutsche Landwirtschaft-Gesellschaft

Wie der Name schon andeutet, beschäftigt sich diese Gesellschaft mit Landwirtschaft und nicht mit chemischen Innovationen. Der Winzer, der beim Landeswettbewerb gewann, kann dann am Bundeswettbewerb teilnehmen. Hier winkt dann der Nobelpreis für Weine - der Große Preis der DLG. Und ein noch größerer für den Erwerber.

 

Eiswein

Diesen erhält man nicht durch Zufügen von Eiswürfeln im Sommer. Dies ist allerdings keine Unsitte, sondern eine im Süden zuweilen gängige Praxis, wie auch das Verdünnen mit Wasser. Das hilft bei mehr als 30 Grad Celsius im Schatten nach dem Mittagessen, das Einschlafen bis nach der abendlich zu genießenden Flasche hinauszuschieben.

Am Rebstock gefrorene Trauben, unaufgetaut gepresst, ergeben diese Hochgenüsse.

Wer diese mit dem ach so berühmten Château d'Yquem vergleicht, wird den Unterschied schon merken, besonders im Preis.

 

Flaschenetiketten

Hier sind nicht die gemeint, die lediglich die Anschrift eines Kumpels ausweisen und auf der Stirn befindlich kleben, nachdem man ihn vorsichtig in ein Taxi ablegte.

Es geht um die Weinflaschenetiketten. Und diese weisen auf deutschen Flaschen alles das aus, was für den Liebhaber von Bedeutung ist:

            Der Name des Weines,

            die Lage,

            das Weingut,

            der Abfüller,

            die amtliche Prüfnummer und auch

            die Traube.

Es muss aber nicht alles vermerkt sein. Für den Autor ist besonders das Weingut von eminenter Bedeutung, kann er doch sofort hinfahren!

 

Jahrgang

Für den Anfänger interessant, aber nicht von hoher Bedeutung, da dieser Unterschiede eh nicht schmeckt. Er muss sich erst herantrinken, und zwar über die Lage. Die ist entscheidend. Weine unterschiedlicher Jahrgänge und gleicher Lage sind von einem Anfänger schwer unterscheidbar. Er sollte erst Lagenvergleiche durchführen (viel trinken). Wenn er dies kann, so sollte er sich im Verlaufe seines weiteren Trinker- (Kenner-)lebens im Jahrgang herunter trinken. Richtig, mit den jungen anfangen!

Alt muss der Wein sein und jung die Mädels! Dies stimmt nicht, sagt die Frau des Autors. Die Größe, Eleganz und Vornehmheit eines Weines erkenne man nur im Alter. Junge Weine seien zwar spritzig und fruchtig, aber schnell verflogen. Mittlere Weine seien meist ruppig, ehe sie im Alter zu den großen aufsteigen - wie bei den Mädels!.

Mittlerweile haben unsere Winzer allerdings ihre Produktion so eingestellt, dass junge Weine – so. ca. ein bis zwei Jahre alt, durchaus die Fähigkeiten von fünf bis sechs Jahre alten Weine aufzeigen. Gut so! Die Keller werden leeren, die Weine niedriger im Preis, sogar geschmacklich ansprechender und die Weintrinker fröhlicher.

Wundert es, das eine 1891er Auslese 1995 anders schmeckt als 1983. 1996 wieder anders. 1995. 1997 wieder anders al 1996 usw. ,usw., usw.

Also, dank schneller Reife, trinkt man heute “junge Weine“, je nach Winzer zwischen zwei und vier Jahre alt, weil sie sich kaum noch verändern und man lediglich von Lebenzirrhose bedroht werden, da jedes Jahr geprüft werden muss, ob der jeweilige Jahrgang nunmehr “weg muss“.

Pekuniär betrachtet ist dies allerdings nur ein kurzfristiger Schaden für den Winzer, denn - s. o. - ersteht der Weinliebhaber viele weitere Jahre doch schlussendlich auch viele, viele weitere Flaschen.

 

Kabinett

Keine Kabinettstückchen stehen hier zur Debatte, wie von Politikern, denn hier geht es ja um ernsthafte Dinge.

Es handelt sich um Kabinett-Weine, wenn die Trauben von einer Rebsorte stammen, einem Anbaubereich entstammen, kein Zucker zugesetzt wurde, keine übertriebene Entsäuerung vorgenommen wurde, das vorgeschriebene Mostgewicht eingehalten wurde und der Wein in Geruch, Geschmack und Aussehen für die Rebsorte - in dem ausgewiesenen Herkunftsgebiet - typisch ist. Was bedeutet: diese Weine werden dem Autor munden.

 

Kirchenfenster

Nicht wie bei:

Gedichte sind wie gemalte Fensterscheiben....................

Man denke an die Fluoridprobe, und genauso muss der Ablauf aussehen, wenn man den Wein im Glase schwenkt. Sollte der Abfluss allerdings geätzte Flächen hinterlassen, so empfiehlt der Autor, auf weiteren Verzehr zu verzichten.

 

Klassifizierung

Eigentlich gibt es nur zwei Klassen, die, die man trinkt, weil sie munden und die, die man nicht trinkt, weil sie halt eben nicht munden.

Hierzwischen gibt es noch verschiedene Stufen, die aber zum Genuss nicht beitragen, weil sie die beiden genannten Klassen lediglich um Zahlen bereichern. Man drückt diese Zahlen heutzutage zumeist in Dollar oder Yen aus. Allerdings helfen Kenntnisse über Weinklassifizierungen bei der Profilierung im "Weinkennerkreis".

Der Autor redet hierbei nie mit, weil er die Zeit der Reden und die langen Zeiten des Schmatzens, Spuckens und Prustens nutzt, so er immer noch dabei ist, um tatsächlich von den angebotenen Flüssigkeiten noch zu nippen.

 

Korken

Das Überflüssigste und auch Unnötigste an einer Weinflasche ist der Korken.

Hätten wir nicht so viele "Weinkenner", dann gäbe es schon seit vielen Jahren Schraubverschlüsse und viel mehr Schläuche.

Leider könnten dann die "Kenner" ihren Sachverstand nicht mehr durch Riechen an selbigen zur Schau stellen, die Weine würden länger halten, was ja einige Winzer nicht mögen, und die Korkeichen brauchten das freie Chlor aus der Luft nicht mehr aufnehmen, der “Kork“ wäre weg, der Wein nicht mehr zu reklamieren und schlussendlich wären Wirte, Gäste und vor allen Dingen die Winzer zufrieden.

 

Korkenzieher und Korkenzieher

Der eine bedingt den anderen. Langsam und vorsichtig herausziehen. Nicht mit einem lauten Knall. Aber, wie auch immer, manchmal hat man es sehr eilig, und besser eine offene Flasche als eine verschlossene. Die großen Weine öffnet man ja sowieso nie unter Zeitdruck.

Wie schön und praktisch sind doch Schraubverschlüsse. Sie garantieren bessere und längere Lagerzeiten der Weine und bröseln nach langen, langen Jahren (sollte bei heute ausgebauten Weinen tabu sein) nicht, was schon häufig zu gewaltigen Flüchen und unangenehmster Wortewahl führte.

 

Öchsle

Es geht nicht um die auf vielen Weinfesten angebotenen Schäufele und Öchslefüßchen, -haxn oder -steaks, sondern um Öchslegrade. Die Günthergrade sind hinreichend bekannt.

Ein Grad Günther ist die Menge eines durchgegorenen Kerners aus der Rheinpfalz, die ohne Probleme innerhalb einer Stunde genossen werden kann - also ein Fläschelchen – am nächsten Tag schmerzfrei.

Der Öchslegrad ist die Zahl, um die ein Liter Most schwerer ist als ein Liter Wasser. Destilliertes Wasser, nicht Rheinwasser, da hier das spez. Gewicht in früheren Zeiten an manchen Tagen durchaus bei ca. 1,85 liegen konnte, was in Öchslegraden 850 ausmacht und nicht unbedingt Zucker sein muss.

Das spezifische Gewicht des Rheinwassers hat sich mittlerweile normalisiert und fast, und dies stets gleich, an fast allen Tagen des Jahres.

Die Öchslegrade hingegen schwanken gemäß ihres natürlichen Nachwachsens der Reben von Jahr zu Jahr, was dem Weinkenner sehr entgegen kommt, kann er doch Jahr für Jahr erst einmal probieren, eh er sich festlegen muss.

Qualitätswein b. A.

Vielfach wird davon ausgegangen, zumindest in Deutschland, dass alle Weine Qualitätsweine sind und b. A. die Abkürzung für "bis zum Abwinken" sei. Dies ist falsch. Lediglich das erstere stimmt.

B. A. bedeutet, dass der Lagename genannt werden darf - nicht muss. Es können auch reine Phantasienamen benutzt werden. Das ist völlig in Ordnung, da diese Weine so gut sind, dass sie ohnehin zu regen Phantasien anregen.

 

Qualitätswein mit Prädikat

Keine Angst, Qualität ist hier nicht mit dem Prädikat versehen, dass gemäß der DIN / ISO 9000ff alle Produktionsgänge standardisiert, harmonisiert, EU-egalisiert und frei von Güte garantiert sind. Hier gilt, im Gegensatz zur manchmal üblichen Industrieproduktion, dass Qualität auch Güte sein kann. Die Güte führt unter anderem dazu, dass bei Elweritschequerung in der Pfalz (nördlich heißen die Elweritsche Elche) während des Nachhausewegs keine Probleme auftreten.

 

Rebsorten - eine kleine, sehr kleine Auswahl

Es sollen im Folgenden alle die Trauben kurz beschrieben werden, die der Autor liebt. Das sind leider nun mal eigentlich alle. Es gibt mehr als 5.000.

Kein Mann kann alle probieren und jahrgangsmäßig beobachten. Soll er es aber deswegen nicht einmal versuchen??

Also, hier nun die wichtigsten, die bekömmlichsten und die richtig verarbeiteten und die , die ihren Preis wert sind. Und vor allen Dingen natürlich diejenigen, die der Autor selber hat wachsen sehen, deren Winzer und Lage er kennt.

Bei Trauben handelt es sich nicht um Wein in Pillenform, sondern um die notwendige, noch zu kelternde Vorstufe desselbigen.

Der Autor beobachtet ständig die Reifungsprozesse der Trauben an den Stöcken bei seinen Winzern. Da ist er in freier Natur, kann die Fortschritte im Wingert verfolgen, die Lagerung in den Kellern überwachen und einem tiefen, beruhigenden Schlaf frönen.

Nunmehr die kurze Geschmacksbeschreibung all der Trauben, die gemostet, gekeltert, in Flaschen abgefüllt, die jetzo beim Autor lagern und die selbiger dorten höchst gerne aus seinem Keller, zwecks Öffnung und Leerung ans Tageslicht (Abendlicht) fördert.

Die Anzahl der gelagerten hat sich stark verringert, da die heutigen Weine nicht mehr unbedingt gelagert werden müssen und auch sollten. Nach spätestens vier Jahren sind die meisten absolut trinknotwendig. Diese vier Jahre kann man schon ab und an abwarten. Längeres Warten grenzt an Masochismus und erbringt zumeist selten nur erhöhten Genuss.

Hier nun des Autors Geschmacksempfinden und die Versicherung, dass er kein Alkoholiker ist und die Bitte nicht immer nachzufragen, was er so alles probiere.

Und noch eins zum Schluss: Es handelt sich um Trauben und die schmecken gekeltert überall auf der Welt anders. Deshalb gibt es tatsächlich Liebhaber von Rieslingweinen aus Kalifornien und nicht nur solche aus der Pfalz oder aus dem Rheingau. Mit ein wichtiges Kriterium für den Autor ist die Möglichkeit, ganz schnell hinfahren zu können.

 

Bacchus

Bacchus – Zusatzbenennung des Dionysos. Ein Grieche, der Gott des Weines und des Rausches. Manchmal rauscht es gewaltig im Portemonnaie, eingedenk gewisser Kreszenzen.

Hier trinkt der Autor sich gerade ein. Wahrscheinlich werden seine Favoriten aus der Pfalz und dem Rheingau kommen.

Blauburgunder (Spätburgunder)

Geschmack: Voller samtiger Körper, Eiche Vanille, Mandel, Blaubeere

Farbe: Rot ins bräunlich gehend.

Lieblinge des Autors ist der Richebourg der Madame Leroy, der Romanée Conti und der Corton. Sehr gerne schlürft er mittlerweile auch den Assmannshäuser. Er genießt auch die Lagen in Rheinhessen, Württemberg und Kalifornien. Sein besonderes Augenmerk gilt momentan dem Ahrtal, der Nahe und natürlich der, der Pfalz.

Blauburgunder können sehr alt – müssen sie aber nicht. So allerdings auch nicht so sehr beim Autor.

Cabernet Franc

Diese Traube wird hauptsächlich im Bordelais angebaut. Sie unterliegt dem gleichen Schicksal wie die Merlot- und Malbec-Traube - sie ist eine der Grundlagen des Premier Grand Cru Classé.

Cabernet Sauvignon

Geschmack: Schwarze Johannisbeere, Minze Pflaume, Eiche, Vanille.

Farbe: Hell leuchtendes Rot bis tief dunkles Rot.

Der Autor trinkt ihn aus Frankreich, aus Chile und aus Kalifornien. Übrigens, die von der Krim sind nicht ohne.....

Chardonnay

Geschmack: Citrus, Apfel, Pfirsich und Sahne.

Farbe: Zumeist von heller Farbe, leicht grünlicher Schimmer. Nicht der Pfälzer, der ist manchmal richtig gelb. Man erhält ihn auch als “Barrique“.

Des Autors bester Chardonnay ist der Chablis aus dem Burgund. Immer trinkt er aber auch denjenigen aus der Pfalz. Manchmal allerdings auch den aus Kalifornien. Auch vor australischem schreckt er nicht zurück. Durch den sich abzeichnenden Klimawandel nimmt der Anbau des Chardonnays in Deutschland stark zu.

Chasselas

Man sehe unter Gutedel nach. Klingt doch besser als Gutedel? Oder?

Dornfelder

Geschmack: Pflaume, Karamell, Kirsche, Eiche.

Farbe: Tiefstes Rot bis ins Blaue gehend, mit immerwährendem Farbton - auf Kleidungsstücken.

Der Hieb schlechthin oder die Wucht in Tüten, formuliert man heutzutage.

Bei dieser Traube versteht der Autor überhaupt keinen Spaß. Er kennt die schnellsten Wege in die Pfalz.

Der Dornfelder ist eine Züchtung aus Frühburgunder und Trollinger (Helfensteiner) mit der Heroldsrebe (Portugieser und Lemberger). Der Dornfelder ist eine prachtvolle Färberrebe.

Dunkelfelder

Wie der Dornfelder, eine Färberrebe, die allerdings auch monogam mundet.

Gamay

Geschmack: Fruchtig, Marmelade (so wird er beschrieben. Warum nicht Konfitüre? Und welche?). Apfel, Pflaume, Vanille.

Farbe: Rot bis tiefrot.

Wer den Bello gallico las weiß: Cäsar stand auf einem Hügel und unterbrach hier seinen Feldzug für einen Tag - Moulin-à-vent, das ist auch der Gipfel der Gamay-Traube. Woanders würde der Autor niemals diesen Wein trinken, außer in Morgon, Juliénas, Brouilly. Allerdings zeigt sich in der Schweiz zuweilen ein Dôle, den man nicht unbedingt wegschütten sollte.

Grauburgunder

Geschmack: Apfel, Citrus, Eiche.

Farbe: Grünlichgelb bis gelb.

Schwerere Typen kommen aus Kalifornien und als Pinot gris aus Frankreich. Auf die Frage, welchen Grauburgunder ein bestimmtes Restaurant anbieten könne, war, was die Antwort hervor brachte , dass man keinen habe, aber einen Pinot grigio offerieren könne, der auch nicht schlecht sei.

Der Autor zieht entgegen allen Trends den Kerner vor.

Gutedel

Geschmack: Fruchtig, Karamell, Mandel.

Farbe: Grünlich, gelb bis golden.

Auch hier differenziert der Autor sehr fein. Gutedel trinkt er am liebsten nur feinst abgelagert aus der Schweiz – Fendant, maximal vier Jahre alt.

Kerner

Geschmack: Apfel, Citrus, Marmelade.

Farbe: Hellgelb bis tief gelb.

Eine Kreuzung aus Riesling und Trollinger. Der Autor fährt für den Kerner natürlich in die Pfalz. Er schmeckt ihm am besten während Hoffesten spätnachmittags mit Schmalzschnitten und Aussicht auf einen langen Kernerabend.

Der Kerner, ein Riesling ohne Sonne, so sagen Kenner.

Merlot

Geschmack: Johannisbeere, Vanille, Mandel.

Farbe: Rot bis tief blaurot.

Es handelt sich um einen harmonischen und alkoholreichen Wein feinsten Buketts. Beste Merlots gibt es im Bordeaux. Hier garantieren sie mit mindestens 25 % Anteil an den Châteaux-Weinen den hohen Stand dieser Weine.

Italien bemüht sich recht erfolgreich um eine Spitzenstellung in Deutschland.

Müller Thurgau

Geschmack: Fruchtig, ein geschmacklicher Querschnitt aus Riesling und Sylvaner.

Farbe: Gelbgrün bis tief gelb

Zum Glück hält er sich nicht sehr lange, was dem Autor hilft zu begründen, warum er "weg" muss.

Kann es sein, dass man ihn aus diesem Grund als ersten liest? Damit man Zeit genug hat, ihn auszutrinken, bevor die anderen in die Flaschen kommen? Eine tolle Idee!

Der Autor mag ihn in Rust, am Kaiserstuhl, in Randersacker, von der Nahe und in Rheinhessen, in der Pfalz, eigentlich fast überall..

Der Traum eines Dessertweinliebhabers: Müller Thurgau aus Franken als Trockenbeerenauslese.

Nun stellte man fest, dass der Name Müller Thurgau nicht mehr in die heutige Zeit passte, obwohl sich der Prof. Dr. Müller aus dem schweizerischen Thurgau im Rheingau, in Geisenheim, diese hervorragende Sorte aus Riesling und Sylvaner zu kreuzen glaubte. Leider nein. Es stellte sich durch Gen-Analyse, die seiner Zeit nicht möglich war, heraus, dass es eine Kreuzung aus der Mutter Riesling mit dem Vater Madeleine Royal war.

Müller Thurgau war wohl als Name nicht mehr “in“, weswegen man ihn umbenannte in Rivaner. Warum auch nicht, weist doch der Name auf den falschen Vater hin. Klingt für viele Weintrinker, nicht Genießer, heutzutage viel besser.

Muskateller

Geschmack: Vanille, Rosen, Mandel

Farbe: Gelb bis tiefgolden

Infolge ihres Muskataromas werden Sie fast ausschließlich zum Verschnitt eingesetzt.

Der Autor war über Muskateller entsetzt. Vor vielen, vielen Jahren trank er mit einem Freund eine solche Flasche zu 95 Pfennigen. Beide hatten einen "Schädel" und beide verzichteten auf die "Insel Samos". Aus diesem Grunde verlief die Quinta recht ordentlich. Die Muskatellertraube, jedenfalls die aus Deutschland, kann ein unnachahmlich feines Rosenaroma bieten.

Pinot Blanc

Man schaue unter Weißburgunder nach.

Pino Grigio

Man schaue unter Grauburgunder nach.

Pinot Gris

Man schaue unter Grauburgunder nach.

Pinot Noir

Man lese unter Blauburgunder nach.

Portugieser

Sie kommen nicht aus Portugal. Noch nicht einmal aus der Nähe. Dorten kultiviert man völlig andere Dinge, die auch zu Begeisterungsstürmen führen können.

Geschmack: Citrus, Marmelade, Mandel.

Farbe: Tiefrot.

Die Portugieser altern sehr schnell, weshalb der Autor sich auch stets bemüht sehr schnell ins Rheinhessische zu gelangen.

Auch die Pfälzer genießt er, am liebsten in Forst, Wachenheim, Gimmeldingen, Grünstadt, Bad Dürkheim und Deidesheim.

Riesling

Geschmack: Apfel, Pfirsich, Limone, Petroleum.

Farbe: Sehr hell, wie Wasser bis tief golden.

Die Königin der Trauben ist immer noch die Rieslingtraube. Zwar ist der Chardonnay (weltweit) heute bekannter und verbreiteter, aber man denke an die Fliegen, die sich auch nicht irren.

Der Riesling kann so trefflich ausgebaut werden, dass jeder Winzer seine eigenen Noten so perfekt darbieten kann, dass er unverwechselbar und völlig anders als die, aller seiner Kollegen mundet. Selbst am gleichen Weinberg kann er dies - ohne Fremdeinflüsse.

Die Favoriten des Autors kommen aus der Pfalz, dem Rheingau und der Nahe. Er schmeckt ihm am besten in Geisenheim, Bad Dürkheim und eigentlich überall wo er kultiviert wird.

Rivaner

Siehe Müller-Thurgau

Rotgipfler

Wird fast immer mit Zierfandler verschnitten.

Ruländer

Geschmack: Fruchtig, Marmelade, Mandel.

Farbe: Golden.

Bekannteste Kreszenzen sind aus Deidesheim, Forst, Wachenheim und natürlich Ortenau, Breisgau

Sauvignon Blanc

Eine Edelrebe, die nach dem Chardonnay mittlerweile die verbreiteste weiße Rebe ist.

Geschmack: Ananas, Gras, Stachelbeere, Citrus.

Farbe: Hellgelb.

Des Autors Liebling ist der Sancerre aus dem Loiretal.

Scheurebe

Geschmack: Apfel, Pfirsich, Citrus.

Farbe: Hellgelb bis golden.

Eine Fruchtexplosion mit Suchtgefahr.

Die Favoriten des Autors kommen aus der Pfalz. Er trinkt ihn am liebsten in Gimmeldingen, in St. Martin und in Bad Dürkheim

Semillon

Der Semillon wird zumeist mit Sauvignon verschnitten, was beiden wohl hilft.

Der Autor ist auf diesem Gebiet kein Kenner, hat auch nicht vor einer zu werden.

Spätburgunder

Man sehe unter Blauburgunder nach.

Sylvaner

Geschmack: Fruchtig, Eiche, Vanille.

Farbe: Leicht grüngelb bis tief gelb.

Eine Symphonie der Organoleptik. Des Autors Lieblingssylvaner gedeihen in Franken. Er trinkt ihn am liebsten in Randersacker, Sommerhausen und Würzburg. Aber, auch im Badischen, in der Pfalz und in Rheinhessen ist der Sylvaner nicht zu verachten..

Syrah / Shiraz

Geschmack: Pfeffer, Leder, Pflaume, Rauch.

Farbe: Hell leuchtend rot bis tiefes dunkles Rot.

Der Autor versucht ihn ständig, meint allerdings, dass es besser sei, wenn man diese Rebe schon einmal kultiviert, sie mit dem Cabernet Sauvignon zu verschneiden – zu veredeln, was mittlerweile auch tatsächlich getan wird.

Traminer

Geschmack: Nicht beschreibbar. Man versuche es selbst!

Farbe: Golden.

Der Autor liebt ihn in Deidesheim und Würzburg. Falls er sein Glas nicht mehr leeren kann, so schüttet er den Rest über sich, denn nichts darf verlorengehen.

Trollinger

Geschmack: Fruchtig, Marmelade, Vanille.

Farbe: Hellrot bis rubinrot.

Ein eleganter, rassiger, leichter Wein. Der Autor trinkt ihn am liebsten in Meran und Stuttgart.

Weißburgunder

Geschmack: Apfel, Citrus, sehr dezent.

Farbe: Hellgelb und grünlich bis dunkelgelb.

Der Autor trinkt ihn natürlich in der Pfalz, Gegend Neustadt und Bad Dürkheim. Aber auch in der Ortenau ist er nicht zu verachten. Übrigens, als Geheimtipp: Kaiserstuhl und Württemberg.

Zierfandler

Geschmack: Fruchtig, leicht und süffig.

Farbe: Kein volles Rot.

Es gibt nur einen, den aus Gumpoldskirchen, so heißt es.

Zinfandel

Kommt aus Kalifornien und ist kein Zierfandler.

 

Restsüße -und Restzucker

Das sind die Mengen die mindestens noch organoleptierbar sind, will man von Wein sprechen.

Der Anfänger irrt, wenn er glaubt, dass es sich hierbei um die Menge Zucker handelt, die in Säcken zurückbleibt, nachdem eine gesättigte Zucker-Most-Lösung hergestellt wurde. Vielmehr ist es so, dass die Gärung abbricht, wenn ca. 12% Alkoholgehalt erreicht wurden. Was dann noch an Zucker übrig bleibt, ist die Restsüße. Diese steht in Verbindung mit der Säure für Lagerfähigkeit (allerdings weniger beim Autor) und Notenausbau.

 

Rotwein

Früher wurde man das tatsächlich. Rot vor Wut weinend, ob des deutsche Rotweins. Nach dem ersten Schluck zogen sich die Zähne zusammen, die Socken kräuselten sich und mehr ein Langhaarpelz als ein Pelzchen entstand auf den Zähnen.

Heute geht er ab wie Öl, mit Traubencharakteristik, trocken und halbtrocken, elegant und schwer, süffig und voll, einfach unbeschreiblich. Der Autor empfiehlt dringend Reisen in den Rheingau, an die Nahe, an die Ahr und unbedingt, nachdem man Franken und Baden besucht hat, in die Pfalz und an die Mosel.

 

Säure

Ausgewogen muss das Verhältnis von Säure und Zucker sein. Beides darf nach bestimmten Regeln auch zugesetzt werden.

Besonders bei der Säure möchte der Autor anmerken, dass den Mosten einiger südlich wachsenden Trauben nicht unbedingt Zitronensäure zugesetzt werden sollte, sondern besser Acetylsalicylsäure.

Zu viel Säure lässt sich leicht entfernen.

 

Sortentypisch und Gebietstypisch

Gebietstypisch ist z. B. der Badenser. Diese Spezies Weintrinker schlürft stillschweigend.

Der Rheingauer neigt zum Gesang und der Halle-Unstrut-Trinker zum Erzählen alter DDR-Schoten.

Der Autor vermutet allerdings, dass es sich bei diesem Begriff um die Sorte handelt, die für ein entsprechendes Anbaugebiet typisch ist, das heißt, dass sie dort vorherrscht. Also, liebe Winzer, Vorsicht!!!

 

Spätlese

Vielfach ist der Weinneuling hier überfordert. Die Spätlese erfolgt nicht, weil der Winzer vergessen hat, frühzeitig zu pflücken oder spät am Abend erst mit selbigem begann. Nein, es handelt sich auch nicht um späte Trauben, wie späte Mädels!

Spätlesen müssen deutlich nach der normalen Ernte eingebracht werden und dürfen nur aus vollreifen Trauben gekeltert werden.

 

Tafelwein

Der geneigte Leser merkt sofort, dass hier etwas nicht stimmt. Es gibt schließlich nur Fass- und Flaschenweine, Weine in Schläuchen und in Beuteln. Dem Autor ist dies ziemlich gleich, interessiert er sich doch eigentlich nur für die Weine, die sich in einem Glas befinden und nicht auf einer Tafel angeboten werden.

Also, auf dem Etikett muss stehen: Deutscher Tafelwein. Dies garantiert 100 % deutsche Rebsäfte und mindestens 75 % aus der angegeben Gemeinde, dem Bereich usw. Es gibt heute einige Tafelweine bester, nein, allerhöchster Güte. Leider wurden die Superlagen nicht anerkannt und diese einer minderen Großlage zugeschrieben.

Der Kenner weiß allerding zum Glück, wo es so etwas gibt und der Autor trinkt ebenfalls mit - ohne Etikett auf der Flasche.

 

Trauben

Es kursiert die Mär des alten Winzers, der, auf Sterbebett liegend, seinem Sohn anvertraute: "Wein kann man auch aus Trauben machen!"

Nach Durchsicht des Katalogs aller erlaubten Dinge, wozu ein vorheriges Chemiestudium anzuraten ist, fragt man sich tatsächlich, wieso Wein nicht zum sofortigen Tode führt, mindestens aber Hautausschlag zur Folge hat.

Die Antwort ist simpel. Unsere Winzer achten sehr auf Reinheit und Naturbelassenheit. Und was man darf, muss man ja noch nicht spornstreichs umsetzen!

Die meisten Winzer verstehen keinen Spaß, wenn gewisse Großhändler und sogenannte Winzer in Millionen Litermengen Dinge vermarkten, an denen sie selbst nicht einmal riechen würden. Ein hiesiger Winzer kippt auch keinen Amselfelder in seine Spätburgunder Spätlese. Dies überlässt er vornehmlich vielen Portweinherstellern

Es kann allerdings schon einmal vorkommen, dass der eine Wein mit dem anderen "in Berührung kommt". Bei Millionen von Litern ist dies dann natürlich ein großes Pech.

 

Traubencharakteristik

Flache, aber alkoholreiche Säuerlinge überlasse man den bereits beschriebenen "Weinkennern." Es sollte schon feststellbar sein, welche Rebe oder, wenn man sich zum Kenner getrunken hat, welche Rebenmischung vorliegt. Das ist besonders schwierig. Weine werden verschnitten und manchmal werden auch die Moste gemeinsam gekeltert.

Dies alles ist sicherlich kein Nachteil.

 

Trocken, halbtrocken und süß

Wer meint, dass Zucker im Wein zu Kopfschmerzen führe, der trinke bitte auch seinen Kaffee nicht mit Zucker und esse keine Schokolade.

Zucker im Wein ist wichtig, ist er doch ursächlich für den Alkoholgehalt verantwortlich und .......zur Harmonisierung der Säure als Restzucker..

Der Autor genießt zum Essen trockene, leichte Weine. Als Aperitif halbtrockene und süße als Dessert.

Man sieht, alle haben ihre Berechtigung. Nein, ihre Notwendigkeit!

Trocken bedeutet nicht, dass der Wein zur Staubbildung neigt, nein, es bedeutet, dass der Restzuckergehalt eine bestimmte Menge nicht überschreitet.

Halbtrocken bedeutet nun allerdings nicht, dass die Hälfte der Zuckermenge gemeint ist.

Süß sollte nicht zu der Annahme verleiten, dass so etwas gemeint sei, wie bei den süßen Mädels. Der eine findet trocken zu süß, der andere halbtrocken, der nächste wiederum empfindet süß zu trocken. Also, ein jeder möge herausfinden, was er mag. Hier gibt es keine Diskussion - nur Anhaltspunkte.

Hier nun die offiziellen Begriffsangaben.

Trocken                    Restzucker maximal 9g/l – Säure höchstens 2g/l weniger

Klass. Trocken          maximal 4g/l -

Halbtrocken              9g/l bis maximal 18g/l – max. über 10g/l Säure

Lieblich                    16g/l bis 45g/l

Süß                           mehr als 45 g/l

Feinherb                   ein überflüssiger Begriff für halbtrocken.

 

Trockenbeerenauslese

Falsch, es geht nicht um Rosinen oder Korinthen für Rheinischen Sauerbraten. Es handelt sich um eingeschrumpfte oder edelfaule Beeren. Wenn hier die Säure noch stimmt, handelt es sich um beste Dessertweine.

 

Verkostung

Hierzu kann der Autor nichts sagen. Er hat sich schon verlaufen, verfahren und vertan, aber bisher niemals verkostet - nur verschluckt, ob dieses hohen Niveaus an sprachlicher Inkompetenz.

Er trinkt den Wein, er kostet ihn, aber ver....., wo kommt dieser Begriff nur her? Vielleicht von den Typen, die sich auch ein Sößchen von.... an..... servieren lassen? Von den Sterneköchen, die mit ihren Riedel-Gläsern schwenken und nur die Weine auf der Karte haben, die zu Sternen führen?

 

Verschnitt

Über Sherry, Portwein u. ä. soll hier nicht berichtet werden. Es geht vielmehr um "Große Weine" - gewaltige Weine, nicht um gepanschte.

Ein aus 75 % Cabernet Sauvignon und 25 % Merlot bestehender Wein aus dem Château Mouton Rothschild ist nicht gepanscht, sondern ein Premier Grand Cru Classé, ebenso der Wein des Château Latour aus 65 % Cabernet Sauvignon, 25 %- 30 % Merlot und 5 %- 10 % Petit Verdot. Leider entwickeln sich die Preise dieser Weine parallel zu denen der Internetaktien und umgekehrt proportional zum Eurokurs. In vorderster Reihe, der auf die Trendwendewartenden steht der Autor.

 

Vin du pays

Hier versteht der Franzose keinen Spaß. Was wir als Landwein so alles schon an Tankstellen kaufen können, würde dieser nicht zum Löschen seiner Waldbrände an der Côte d'Azur einsetzen - geschweige zum Zwecke seines persönlichen Durstes oder gar Genusses.

Allerdings, es gibt auch andere, ganz, ganz andere.

 

Weingesetz

Es hat nicht viel geholfen. Gefälscht wird immer noch - lediglich gekonnter. Deshalb, selbst informieren, selbst trinken, Vertrauen aufbauen und ständig weitertrinken. Niemals auf Gesetze verlassen. Ein ganz heißer Tipp: Man traue keiner großen Lage sondern nur der Großen Lage.

Es befinden sich in Deutschland laut Weingesetz die folgenden Naturweine im Handel und im Anbau:

            Qualitätsweine mit Prädikat:

            Trockenbeerenauslesen,

            Beerenauslesen, Auslesen,

            Spätlesen,

            Kabinett

            Qualitätswein b. A.

            Tafelwein

 

Weingläser

Der Autor empfiehlt, Römer auf den Tisch zu stellen. Man glaubt es kaum, wie viel Freude Weintrinker haben, wenn diese mit Vergissmeinnicht oder Primeln bestückt sind.

Nachdem Billardspieler ihre eigenen Queues mitbringen, überlegt der Autor, dies auch mit seinen Weingläsern stets und immer zu tun.

Der stets angebotene Pinot Grigio reicht schon. Müssen es jetzt ständig Riedel-Gläser sein? Nur, weil einmal ein ehemaliger Dreisternekoch selbige auf den Tisch seines Restaurants stellte?

Wer kosten und vergleichen will, muss ohnehin sein eigenes Besteck (Trinkgefäß) mitbringen.

 

Weinkeller

Es gilt: Platz ist in der kleinsten Hütte! Er muss ausreichend vorhanden sein - so für ein bis zwei Tage, da man ja stets "nachladen" kann. Die Temperatur sollte gleichmäßig sein. Je höher die Temperatur, desto schneller entwickelt sich der Wein. Der Kühlschrank ist nicht deshalb abzulehnen, weil die Alterung zu langsam erfolgt, sondern weil durch das stetige Abtauen ein Pumpeffekt auftritt (Korken) und halt Zwiebel- oder sonstiger Duft eben nicht in den Wein gehören.

 

Weinkonzentrierung

Entschuldigung, verehrte Weinfreundin und verehrter Weinfreund, dass der Autor die Stirn besitzt, die Mostaufkonzentrierung hier aufzuführen. So etwas geschieht bisher auch noch nicht so häufig in Deutschland. Perfekt ist hierin das Château Margaux. Warum auch nicht?

 

Weinlage

Hier herrscht vielfach der Irrtum vor, dass es sich um die Horizontale handele. Aber weit gefehlt. Der aufmerksame Leser hat ja mittlerweile mitbekommen, dass so viel nicht konsumiert werden sollte.

Auch die stehende, aufrechte Lage der Flaschen (Wein-) unter den Tiefstrahlern in den Kaufhäusern ist nicht gemeint.

Dank einer Reform wurde alles sehr einfach - Großlage.

Der Autor fährt persönlich zum Winzer und hat dort, abgesehen vom Spaß, tiefste Einschlücke (-blicke) in Flaschen aus Kleinlagen. Die Weinlage ist mittlerweile für die "Kenner" völlig uninteressant geworden, reicht doch die Angabe: Pinot Grigio, Chardonnay oder was auch immer.

 

Weinlagerung

Wie lagert man am besten Wein? Nun, das ist sehr einfach: Überhaupt nicht!

Was sich jung nicht zu erkennen gibt, wird auch im Alter nicht besser. Schöne, junge Weine werden häufig nach 3 bis 4 Jahren äußerst ruppig und flegelhaft. Wer die Geduld aufbringt, erlebt dann allerdings häufig, dass dann nach 8 oder sogar 10 Jahren große Dinge bevorstehen.

Leider ist der Autor ein ungeduldiger Mensch. Er lagert nur die, die unbedingt gelagert werden müssen, nämlich die Mischungen - vornehmlich aus dem Bordeaux und dem Burgund.

Die heute gekelterten Wein haben in der Regel ihren Zenit im vierten Jahr erreicht – also weg damit!

 

Weinsammler

Statt Weine zu sammeln, sollte man sie trinken. Man kann doch auch andere verderbliche Güter sammeln. Zum Beispiel Schnittlauch oder tote Pferde. Der Unterschied liegt doch höchstens im erzielten Endpreis. Jemand, der so etwas wie Wein kauft, um ihn wieder zu verkaufen, um daran zu verdienen, ist entweder Händler oder verfügt nur über ein wenig differenziertes Denkvermögen, als ist total verrückt, wie man dem Autor berichtete.

Niemals wird ein Weinkenner einen Wein des bloßen Profits wegen verkaufen. Niemals!!

 

Weintemperatur

Man trinke ihn lieber zu warm als zu kalt, zu viel als zu wenig und zu oft als zu selten. Die In-Fachleute liegen IQ-mäßig häufig in der Nähe der ihnen vorgeschriebenen Trinktemperatur.

Rot- und auch etwas volle Weißweine sollte man mit beiden Händen umfassen und leicht erwärmen. Der Liebhaber kommt hier sehr schnell in den Genuss, der ihm genehmen Trinktemperatur. Es ist, die ihm angeborene, wofür er dankbar sein darf. Nicht ganz so körperreiche Weine können (müssen!) kühler genossen werden. Der Degoustier und der "Sommelier" fassen die Gläser am Boden oder wenigstens am untersten Stielende an - das ist dann Stil. Die Begründung ist zwingend - dieser Wein darf sich nicht erwärmen. Richtig! Deshalb trinkt der Autor dann auch schneller.

Wann trinkt man den Wein denn so kalt, wie er zumeist angeboten wird - zusätzlich noch mit einem Eiskühler? Nun, das ist sehr einfach: Wenn er nichts taugt! Dann fällt es nicht so auf.

Keine, und noch so vielgepriesene und vorgeschriebene Trinktemperatur, beeindruckt den Autor oder verleitet ihn sogar zur Nachahmung, noch einmal Beachtung – er hat seine eigene, durch Jahrzehnte qualvoller und auch genussvoller Erfahrung, ermittelt

 

Weintrinken

Nicht ganz so, wie es die Odolreklame vorschreibt, gurgeln.

Einen kleinen Schluck nehmen, den Mund spülen und dann schnell schlucken. Sofort einen großen Schluck nehmen, im Mund behalten, zwischen den Backen hin und her spülen, Luft zusaugen, die Zunge wie ein Rührwerk einsetzen, dann einer große Luftmenge einsaugen, spülen und dann ganz langsam schlucken und anschließend nachschmecken - gemeint ist schmatzen. So erzielt man höchste Gaumenfreuden.

Was erkennt man sofort? Richtig! Zu einem Jahrhundertwein passt kein Essen. Man muss sich vorher entscheiden. Soll das Essen im Vordergrund stehen oder der Wein? Beides optimal, das heißt, individuell auf den eigenen Geschmack bezogen, aufeinander abstimmen, erfordert hohe Weisheit, langjähriges Training, also ein gewisses Alter, Geduld und viel, viel Geld.

Es ist übrigens nicht unbedingt richtig, dass man eine Flasche Wein am besten zu zweit trinkt. Also, ich und die Flasche, nein, es ist durchaus auch gestattet, die eigene Frau zu beteiligen. Frauen zeigen einen hohen Weinverstand. Es ist lediglich im Falle des Verheiratetseins anzuraten, preisliche Auskünfte in Weinbezug nicht zu geben. Beim Autor hat sich ...."haben wir (wir ist wichtig) geschenkt bekommen"... stets bewährt. Schon mancher Saufkumpan konnte hierdurch in ein günstigeres Licht gerückt werden.

Nochmals, nur was einem selbst schmeckt, ist auch gut! Ein "guter" Wein ist durchgegoren und bis zu einem Liter schmerzfrei. Das ist wichtig, weil man manchmal infolge höchsten Genusses nicht bemerkt, dass Weine u. a. auch Alkohol enthalten, neben so furchtbaren Dingen wie Chloranisole. Trotzdem ist der Hauptbestandteil des Weines immer noch Wasser.

 

Weißwein

Weißwein ist nicht der, von dem man weiß, wie er schmeckt. Auch nicht der, der weiß ist.

Als kurz Einführung mag gelten: Weißwein ist, besonders der aus Deutschland, eine wasserklare, leicht grünlich gelbe bis tief goldene Flüssigkeit, die man nicht beschreibt sondern erschmeckt und genießt.

Der Autor rät probieren und süchtig werden, und zwar schnell, bis uns der Wein verboten wird. Gewisse, unverbesserliche Besserwisser arbeiten daran, weil Wein Alkohol enthält und eine Droge sei. Man sieht die Volksgesundheit in Gefahr, der Autor allerdings nur diese Type doppelt, falls er mal......

 

Zucker

Zucker ist enorm wichtig - vor der Vergärung. So entsteht der Alkohol hieraus. Aber bitte nicht bis zur Arabinose hinunter vergären, sonst überwiegt die Säure und gerade das Verhältnis von Säure zu Zucker macht den feinen Wein aus. In puncto Säure stachen die Rheingauer Rieslinge früher fast jeden anderen Wein aus.

 

Konklusion

Gibt es nicht. Es wird ständig weiter daran gearbeitet - wohlwissend, dass es einen endgültigen Schluss nicht geben wird, und dies hier ja dann wohl der vorläufig endgültig eindeutige ist.

Hier nun die Weinanbaugebiete, die der Autor u. a. mag:

Baden, Dresden-Meißen, Franken, Mosel, Nahe, Pfalz, Rheingau, Rheinhessen, Ruwer, Saale-Unstrut, Saar, Württemberg,

Australien, Bordeaux, Burgund, Chile, Cornwall, Elsaß, Georgien, Griechenland, Gumpoldskirchen, Kalifornien, Kaukasus, Krim, Piemont, Rioja, Toscana, Wallis, .......

Gerne verpflichtet sich der Verfasser dieser Zeilen auf Vorschlag auch weitere Gebiete zu erkunden.

Er bittet alle Kenner und Liebhaber sofort Nachricht zu geben, falls er eine Lage vergessen haben sollte, denn Weiterbildung steht bei ihm ganz oben an.