KulturKreis Duesseldorf
KulturKreis Duesseldorf
Heinrich Heine (Gemälde von Moritz Daniel Oppenheim, 1831)

2012

 

 

Düsseldorfer Bierkultur, Düsseldorfer Braukultur

 

Sicherlich ein Kultgetränk – aber auch ein Kulturgut – in Düsseldorf bestens gebraut und gepflegt.


 

 

Heinrich Heine

Altstadt Düsseldorf – Altbier Düsseldorf  

 

 

Als Christian Johann Heinrich Heine geboren, die ersten Jahre gelebt als Harry, geärgert, wenn Klassenkameraden riefen: „Harrüüü!“, das war der Beginn.

Er riet, sein Geburtshaus nicht zu veräußern, da später viele Engländerinnen in ihren grünen Kostümen kämen, um dieses zu besichtigen. Nun, in einem fehlte er nicht. Es kommen viele Leute. Sie kommen in die Buchhandlung von Selinde Böhm im Heine Haus. Sie kommen zu Lesungen. Einige kommen um das zu sehen, was heute nicht mehr zu sehen ist. Dafür aber das Heine-Hausim neuen Gewand.

 

Hingewiesen sei auf die Gesamtausgabe von Manfred Windfuhr (Hrsg.): Historisch-kritische Gesamtausgabe der Werke. 16 Bände. Hoffmann und Campe, Hamburg 1973–97.

 

Der kranke Heinrich Heine (Bleistift -Zeichnung von Gleyre, 1851)

Heine lehnte sich trefflich gegen die Zensur auf.

Die deutschen Censoren ——  ——  ——  ——
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——  ——  ——  ——  ——   Dummköpfe  ——  ——
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Wilhelm-Marx-Haus

Nunmehr geht es allerdings um die Altstadt, die Heine leider nicht mehr erleben konnte, und das Düsseldorfer Altbier. Ein Kulturgut, das zeitlich weit zurück verfolgbar. ist. Seine Verse sind immer noch aktuell und passend, sich in der Altstadt zu erinnern.

Gerade jetzt im Monat Mai, in der Gartenstadt Düsseldorf, kommt die Sehnsucht wieder hervor, die Heine so trefflich und unnachahmlich beschreibt:

 

Leise zieht durch mein Gemüt
Liebliches Geläute.
Klinge, kleines Frühlingslied,
Kling hinaus ins Weite.

Kling hinaus, bis an das Haus,
Wo die Blumen sprießen,
Wenn du eine Rose schaust,
Sag, ich laß sie grüßen.

 

Und natürlich spielt, wie auch bei den Düsseldorfern, bei Heinrich Heine, Liebe die große Rolle.

 

Im wunderschönen Monat Mai,
Als alle Knospen sprangen,
Da ist in meinem Herzen
Die Liebe aufgegangen.

Im wunderschönen Monat Mai,
Als alle Vögel sangen,
Da hab' ich ihr gestanden
Mein Sehnen und Verlangen.

 

Schlossturm

Ein Glück, dass 2012 keine Zensur vorschreibt, welche Altbiere, die in Düsseldorf gebraut werden, nun auch vorgestellt werden müssen.

Deshalb fehlten seiner Zeit im entsprechenden Absatz halt eben einige „viele“ Wörter. Striche reichen ja bekanntermaßen ebenfalls, regen sie doch Denken an.

 

Joh. Albrecht Bronze, Frankenheim, Füchschen, Gulasch, Kürzer, Schlüssel, Schlösser, Schumacher, Uerige.

 

Schlösser gilt immer als ein Düsseldorfer Altbier, obwohl: es wird nicht mehr in Düsseldorf gebraut. An dieser Stelle braut sich etwas ganz anderes zusammen. Die Fachhochschule wird jetzt hier gebaut.

Die meisten Düsseldorfer Altbiere lassen sich bei einem Rundgang durch die Düsseldorfer Altstadt „ertrinken“. Deshalb hier ein Kurztrip. Die anderen Altbierbrauereien müssen dann allerdings separat aufgesucht werden, soweit sie kein Standbein in der Altstadt haben, was nicht unbedingt von Nachteil sein wird, kehrt man doch wieder, lernt man doch auch andere Stadtteile und deren Bewohnerinnen und Bewohner kennen.

 

Wilhelm von Humbold

Natürlich berichtet der KKD auch über die Dinge, die nicht nur wichtig sondern auch ganz extrem lebenserhaltend sind. Hier steht natürlich ganz oben an, der Umgang mit Düsseldorfern – mit den Originalen.

 

  1. 1.    Es beginnt selbstverständlich mit dem Kennenlernen.
  2. 2.    Wo?
  3. 3.    Wie ist dies zu bewerkstelligen?

Zu 1.

Dies ist ganz einfach. Man spreche eine Düsseldorferin oder einen Düsseldorfer an. Vorsicht! Es sind viele Nichtdüsseldorfer unterwegs. Diese können den Eindruck eines typischen Düsseldorfers verfälschen.

Ludwig Uhland, G. W. Morff 1818

Zu 2.

Am einfachsten geschieht die in eine Kneipe (Restaurant auf hohem Niveau, weil oberste Gebote Bodenständigkeit und Ehrlichkeit sind). Hier bieten sich die jeweiligen Ausschankstationen der Düsseldorfer Haus- und Privatbrauereien bestens an.

Zu 3.

Man rufe: „Herr Ober, würden Sie bitte so nett sein und mir auch so ein Getränk servieren, wie es der Herr neben mir anscheinend genießt?“

Der Herr daneben wird sofort reagieren. „Aäh, lot joot sinn. Jib demm ma önn Alt. Datt jeht op mich!

 

Damit Sie, verehrte Leserin und sie verehrter Leser auch die „richtigen“ Privatbrauereien - Hausbrauereien ganz schnell finden, hier eine „Kurzwegbeschreibung“.

Jeder Düsseldorfer hat seine „eigene“ Hausbrauerei! Nur deren Bier trinkt er. Es sei, er befindet sich gerade in einer anderen.

August Graf von Platen-Hallermünde, Gemälde von Moritz Rugendas

Einige abschließende Regeln!

1. Man fahre mit der Rheinbahn (VRR) Hier heißt es:

.....lieber RheinbahnFahren, so steht es in den Bahnen. Der Autor meinte allerdings Rheinbahn fahren oder vielleicht sogar rheinbahnfahren, auf keinen Fall aber auch rein bahnfahren. Er geht nämlich auch Bier trinken, manchmal auch biertrinken, doch niemals BierTrinken.

W. von Humboldt erläuterte: Die Sprache ist das Organ der Gedanken!

Mittlerweile ist alles wieder in Ordnung.

 

2. Man meide eigene Autos wie der Teufel das Weihwasser und Heine von Platen und Ludwig Börne. ,

 

3. Man sorge für ausreichende Menge Bargeld (muss nicht viel sein), da zum einen einige Kneipen keine Kreditkarten akzeptieren, und zum anderen können Sie vorher unmöglich wissen, wie viel Sie hinterher getrunken haben werden. Schon manch einer hat in Düsseldorf festgestellt, was so alles und vor allem wie viel "läuft".

 

4. Man gehe zu Fuß, um kürzere Strecken zu überwinden. Im Besitz starker Nerven seiend, ruhig in solchem Fall auch einmal ein Taxi benutzen.

 

5. Keine Direttissima wählen sondern auch die Nebenstrecken, die hervorragend beschildert sind in Augenschein nehmen. Anschrift gut auffindbar und ebenso leserlich mit sich führen (wie bei Koffern während Flugreisen). Düsseldorfer haben Verständnis und werden sich notfalls persönlich und uneigennützig um „vergessene Nachhausewege“ kümmern.

 

Hofgarten, Reitallee und Goethe-Museum in Schloss Jägerhof

Der Autor hat von H.H. viel gelernt.

 

De mortuis nil nisi bene - man soll von den Lebenden nur Böses reden.

 

Altbierspaziergang durch die Düsseldorf Altstadt.

Mitzubringen: Durst und Hunger. Minimum €  30,--. Besser €  50,-- bis €  70,--(Gourmets). €  70,-- bis €  100,-- sind bei Gourmands anzuraten. Trinker benötigen höchstens €  20,-- bis 50,-- für den Stoff.

Solche, die nicht Düsseldorf und seine Einheimischen kennenlernen wollen, sondern dort zu speisen pflegen, wo die „Möchtegern-Düsseldorfer“ verkehren, stecken bitte € 200 (aber mindestens) pro Person ein.

 

Keine Angst, Düsseldorfer Altbiere kann man nicht durcheinander sondern nur hintereinander trinken.

 

Alle Kneipen können in Damenbegleitung aufgesucht werden (nur mit der eigenen. Hier ist der Düsseldorfer sehr empfindlich. Seine Frau ist auch nicht "nur seine Magd“. (wie H.H. bei anderen Nichtdüsseldorfern feststellte). Damen können auch ohne Herrenbegleitung überall hier erscheinen. Übrigens, auch umgekehrt.!

 

Anfahrt natürlich per Rheinbahn (heute VRR) oder zu Fuß zur Heinrich-Heine-Allee.

Wilhelm-Marx-Haus (große Uhr, Persil-Reklame auf dem Dach, das erste Hochhaus in Deutschland) Immer die Heinrich-Heine-Allee hinunter. Rechter Hand der Kaufhof. Man erkennt ihn daran, daß seine Fassade keine Architektur hat. Der Anbau (Parkhaus, viel Platz für Mitarbeiter, auch Platz für Kunden) steht zur Schande derjenigen, die glaubten, es errichten zu müssen.

Rechter Hand nunmehr das Opernhaus.

 

H. H. meinte: "Das Theater ist nicht günstig für Poeten!" (gilt wohl auch manchmal für Notendichter).

 

Kunstsammlung NRW, K20

Linker Hand die Kunstsammlung NRW. Ein moderner schwarzer Bau, der sich architektonisch hervorragend „macht". Wunderschön anzusehen sind die Spiegelungen in der Fassade der Kunstsammlung. Es lohnt sich, von weit her anzureisen, um hier Ausstellungen zu besuchen.

 

Gegenüber steht der Bau des Kunstvereins als fester Block in der Landschaft. Die alte war natürlich schöner! Vier Karyatiden (sie stützen nicht mehr, sie suchen nach dem genius loci) stehen noch neben dem Kunstverein, direkt neben der Barockkirche St. Andreas (hier liegt Jan Wellem begraben).

 

Rechter Hand der Hofgarten. Napoleon ließ ihn anlegen, weil er meinte, in Düsseldorf fehle das Grüne.

 

Kunstverein und St. Andreas

Auf der rechten Seite taucht nun das Ratinger Tor auf (ionische Säulen). Hier ritt Napoleon durch einen Triumphbogen nach Düsseldorf herein, nach Russland dann hinaus. Der "kleine" Harry Heine war auch dabei und wohl beeindruckt. Ein Konsul und General in einer Obersten-Uniform.

Von dieser Bescheidenheit ließ sich auch Beethoven täuschen. Nun ja, er radierte den Namen anschließend von seiner Partitur wieder herunter. Dieser hässliche Fleck auf dem Autographen möge ähnlichen Leuten als Warnung vor Augen stehen.

 

Die Welt wundert sich, daß einmal ein ehrlicher Mann gelebt - die Stelle bleibt vakant. (H.H.)

 

Um allen Neidern Düsseldorfer Altbiers zu widersprechen, seien auch einige Photos angefügt, die eindeutig belegen, dass „der“ Düsseldorfer sich nicht ständig in „seiner“ Kneipe befindet – oder davor.

 

Hier sei nunmehr ein kleiner Gang durch die Düsseldorfer Altstadt mit ihren Privatbrauereien empfohlen, um die man Düsseldorf so häufig beneidet. Nicht in der Altstadt brauende Düsseldorfer Hausbrauereien werden selbstverständlich auch vorgestellt. Aber, wie sollte es auch anders sein, im Anschluss an den empfohlenen Altstadtspaziergang.

 

Jan Wellem und Rathaus

Wichtig:

Kellner, wenn diese sehr gut sind, nein, noch besser, sind Köbesse.

Hier muss allerdings Vorsicht walten. Eine Spezies ist der Köbes. Köbesse sind nicht zwingend mehrere. Nein, Köbesse kann auch eine sein. Mehrere sind dann natürlich Köbessen.

Düsseldorf ist die Stadt der Gleichberechtigten.

 

Napoleon Bonaparte Gemälde von Jacques-Louis David, 181

Start ist die Ratinger Straße - „Ratinger“. Sie beginnt am Ratinger Tor.

Hier sollte man sich in früheren Zeiten nicht mehr nach 22:00 Uhr auf der Straße befinden. Hat sich zum Glück geändert, heutzutage allerdings unbedingt auch noch nach 22:00 Uhr.

Warum?

Da man bei warmem Wetter in Düsseldorf mit seinem Bierglas in der Hand vor "seiner" Kneipe steht, spielte sich eben dann alles draußen ab. Nun ist es aber so, daß alle Kiddies (Geldmangel) ihr Bier beim "Ohme Jupp" kauften (billigstes) und dann wieder als Stampede (die tun immer alle alles gleichzeitig) die Straße wechselten. (heute gibt es leider Kioske, an den man Bier noch billiger kaufen kann). Dafür haben die Kiddies aber mittlerweile Geld und befinden sich sowohl „drinnen“ wie natürlich auch „draußen“.

Zu Beginn der „Ratinger“ befindet sich Düsseldorfs unbeliebtestes Parkhaus. Allerdings ist es dafür auch das hässlichste. Jeder sollte einmal „drinnen“ gewesen sein. Natürlich zu Fuß. Mit dem Auto ist es fast gemeingefährlich.

Schräg gegenüber lebte und starb Karl Leberecht Immermann.

 

 

Füchschen, morgens 6:00 Uhr

Auf der rechten Seite befindet sich das "Füchschen".

Es gibt ein herb leicht bitteres Alt - perfekter Hopfen - von vorzüglicher Bekömmlichkeit - eben das "Füchschen".


Das Füchschen ist grundsätzlich immer "randvoll" (die Kellner heutzutage nicht mehr). Ein Füchschen zum Anwärmen. Das zweite kann zu einem Leberwurstschnittchen getrunken werden. Leberwurst ist austauschbar: grob und fein, Mett, Blutwurst oder Mainzer.

Füchschen,nachmittags 15:00 Uhr

Selbiger zeigt Tendenzen, vom Teller zu laufen. Es gibt dicke Bohnen, Schnibbelbohnen, Eisbeinchen usw.

Höchstens zwei Bier und ein Schnittchen. Trinkfeste Besucher natürlich auch mehr. Besser aber noch 'mal (paarmal) wiederkommen.

Schlösser mit Henkelsaal, morgens 6:00 Uhr

Das Schlösser befand sich zur Jugendzeit des Autors etwas weiter zum Rhein hin. Es war der „Jugend-In-Treff“ schlechthin. Gegenüber der Theke befand sich der berühmte Donnerbalken. Hier hockte man mit seinem Alt in der Hand und diskutierte den weiteren Tagesablauf, während in den Nebenräumen die Düsseldorfer Jonges tagten.

 

 

 

 

Schlösser morgens 11:00 Uhr

Schlösser zeigt sich nunmehr in einem modernen, einem stylischen, Gewand. Die Jugend meint: eben hip! Speisen und Getränke sind dem modernen jugendlichen Leben angepasst. Mit einer Ausnahme allerdings, dem „Schlösser“. Es ist immer noch so, wie es früher war, und wahrscheinlich auch in Zukunft sein wird. Es wurde, wie schon ausgeführt, in Düsseldorf gebraut, an der Stelle, an der nunmehr die Fachhochschule ihren Neubau erhält.


 

 

 

 

Bobby

Etwas weiter in Richtung Rhein ist das Kreuzherreneck, der  „Bobby“ – so wird er genannt. Hier gibt es Frankenheim. Es wird nicht in der Altstadt gebraut sondern auf der Wielandstraße.

 

Der Bobby war der In-Treff, ist immer noch der In-Treff – und wird, na ja, was schon? Peter wird dafür sorgen.



 

 

 

 

Kürzer, morgens 6:00 Uhr

Weiter in Richtung Rhein gelangt man zum Stiftsplatz mit der Lambertuskirche (gotischer Backsteinbau, 1394 von Herzog Wilhelm I. von Jülich-Berg erbaut.) Die unteren Geschosse sind noch romanisch. Um "Lambertus" - mit dem schiefen Turm - herum befindet sich das Hauptportal, von Ewald Mataré geschaffen.

 

Der schiefe Turm, ein Missgeschick des Architekten, veranlasste diesen, nicht wie heute wohl üblich, eine Nachrechnung mit Nachbesserung zu stellen, sondern sich im Gebälk des Turmes zu erhängen. (Berichtet man – ist aber auch ein toller Gag. Es gibt aber auch andere Geschichten. Zum Beispiel über die Wut des Teufels. Das kann nicht sein. In Düsseldorf gab, gibt und wird es keinen Teufel geben). O tempora, o mores! Hier liegen die Gebeine (mindestens, so hoffentlich wenigstens Teile davon) des Stadtpatrons von Düsseldorf, des Hl. Apollinaris.


Kürzer, Braukessel

In die Kurze Straße hinein siedelte sich vor wenigen Jahren eine neue Altbierbrauerei an. Der Kürzer. Man kann die Braukessel besichtigen und beobachten, wie sich eine neue Generation hier ansiedelt. Es ist eine jüngere Ausgabe der älteren Altbierfreunde. Der Kürzer ist modern gestylt und braut ein sehr süffiges Altbier.

Schlüssel bei Nacht

Ein paar Schritte in die Bolkerstraße hinein, so ca. fünfzig auf der rechten Seite, befindet sich der Schlüssel, das Stammhaus der Gatzweiler Brauerei. Hier wird auch gebraut, was der Kessel hergibt. Man kann das Ganze auch besichtigen. Einfach nach hinten durch, daselbst findet man die neuen modernen Braukessel.

 

Das eigentliche Gatz (Gatzweiler Alt) wurde natürlich in Oberkassel gebraut (Jetzt nicht mehr .Da wo es einst…… Da entsteht nämlich jetzt das Vodafone-Center).

Schlüssel, Braukessel

Die Hausbrauerei „Zum Schlüssel“ braut in der Altstadt das beliebte Altbier. Als Sonderbräu wird zweimal pro Jahr Stike-Alt gebraut. Der Autor findet dieses Bier durchaus trinkenswert. Es ist vollmundig, bei etwas aufdringlicher, aber gut verträglicher Süße. Ignoranten meinen: süß und klebrig. Hier gibt es auch die beliebten Käse- und Tatarhappen. Unbedingt einwerfen, bevor man weitergeht.

Schumacher, Bolkerstraße, am Abend

Schräg gegenüber befindet sich der Goldene Kessel. Hier gibt es Schumacher. Ein äußerst süffiges Alt mit ganz spitzem Hopfenton. Es läuft von alleine. Ab und an gibt es Dixieland und Latzenbier. Ebenfalls ein Sonderbräu der feinsten Art. Das Schumacher wird auf der Oststraße gebraut. Da ist es zumeist noch voller als auf der Bolkerstraße. Schumacher ist wohl die älteste Brauerei Düsseldorfs.

Schumacher, Innen

Zum Ausschank kommt auch hier das beliebte (nicht bei allen) Latzenbier.




 

 

 

 

Die „Weiße Frau“, Wahrzeichen von Henkel und auch Düsseldorf. Im Hintergrund der „Schiefe Turm“ Lambertus.

Gegenüber befindet sich das Heine-Haus. Früher befand sich hier das Poetry Café. Viele denken: gut so!

 

H. Hs. Ausführungen könnten im Rückblick auf Goethe sein:

 

".......Frankfurts Bewohner haben jetzt beschlossen,

Ein Ehrendenkmal Goethen zu erbauen."

............

 

O laßt dem Dichter seine Lorbeerreiser,

Ihr Handelsherrn! Behaltet euer Geld.

Ein Denkmal hat sich Goethe selbst gesetzt.

..............................................

 

In Windeln war er einst euch nah; doch jetzt

Trennt euch von Goethe eine ganze Welt.

Euch, die ein Flüsslein trennt vom Sachsenhäuser.

Auf dem Burgplatz, Byker-Treff

Von Heine für Goethe gedacht. Das ehemalige Poetry Café im Blick, sicherlich an Heine zurückgegeben.


Schwarze Röcke, seid'ne Strümpfe,

weiße höfliche Manschetten,

Sanfte Reden, Embrassieren-

Ach, wenn sie nur Herzen hätten!

 

Dies ist nun vorbei.

Selinde Böhm und Rudolf Müller leiten eine Literaturhandlung an dieser Stelle – im Heine-Geburtshaus.

Uerige

Die Bolkerstraße hinunter, Richtung Rathaus, vor dem Rathaus links ab – und dann sieht man auf der rechten Seit schon das Uerige, vormals Heidelberger Fass.

Uerige. Eine Kneipe, die man anderen Ortes schon längst geschlossen hätte (hört man), die ein Ärgernis oberster Güte ist (sagt man), die die unverschämtesten Köbesse hätte (berichtet man), die man einfach ignorieren müsste. Interessant, das alle anderen Städte Düsseldorf um das Uerige beneiden, dass kein Besucher daran vorbei geht, dass kein Besucher die Wiederkehr verweigert und stets mit zufriedener Miene das Uerige verlässt, andere Düsseldorfer Brauereien aufsucht und stets bereit ist lange Diskussionen über Düsseldorfer Altbiere zu führen.

Uerige, Winter, 8:00 Uhr

Und was die Köbesse, anderenorts Kellner genannt, falls diese ebenfalls so gut sind, betrifft: so fix, so freundlich und so zuvorkommend umsichtig geht wo anders nicht. Außer in den anderen Düsseldorfer Hausbrauereien.

 

Es geht die Bolkerstraße zurück bis zum Rathaus und dann links ab. An der nächsten Ecke steht das "Ding", das Uerige.

Hier hätte Christian Johann Heine sein Entrée-Billet in die Gesellschaft ohne psychische Probleme bekommen. Achtung, Änderung. Die Köbesse sind heute völlig anders. Schnell zwar wie früher, aber heute sind sie höflicher und zuvorkommender. Es gibt mittlerweile sogar Curry-Wurst.

Schneider Wibbel

Wieder kann ich Dich genießen.

Bis die Augen überfließen.....

 

Hans Müller-Schlösser (Schneider Wibbel) in seiner Hommage an den Düsseldorfer Mostert und den Düsseldorfer Löwensenf ja vielleicht auch.

 

Natürlich kann man sich im Uerige auch die Braukessel ansehen - aber das wird nicht sehr lange währen, da schon nach dem ersten Uerige (man sage hier nicht Alt!) mit mindestens fünf bis sechs Nachbarn in freundschaftlichem Disput über Bier diskutiert wird. Der Autor denkt, daß H. H. hier schon gesagt haben und dann geträumt haben könnte:

 

Mir scheint, Diebels schmeckt wie Radeberger, das habe ich auch noch nicht getrunken.

 

Mir träumt': ich bin der liebe Gott,

Und sitz' im Himmel droben,

Viele Englein sitzen um mich her,

 Die meine Verse loben.

 

Übrigens, warum das Uerige Düsseldorf vor Hochwasser bewahrt hat, möchte der Autor hiermit zur Kenntnis bringen:


Rathaus nach Fortuna Aufstieg

Als man nämlich in Köln den Rhein kanalisierte, tat man dies in genauer Kenntnis der Tatsache, daß er jährlich mindestens ein paar Mal über die Ufer schießt und die Kölner Altstadt überschwemmt. Das gibt zu diesen Zeiten den Kölnern dann Gelegenheit, nach Düsseldorf ins Uerige zu kommen, ohne als Landesverräter zu gelten. Zuvorkommend wie Düsseldorfer nun einmal sind, kanalisierten sie den Rhein natürlich nicht. Denn, könnten Sie sich vorstellen, daß wir Düsseldorfer von unseren Bürgermeisterinnen verlangen würden, daß sie mit hochgezogenen Röcken und Gummistiefeln vom Rathaus zum Uerige stiefeln müssten -  nur weil ‘mal wieder Hochwasser ist?

Und übrigens, das Hochwasser könnte ja auch in die Bierkessel gelangen. Nun ja, in Köln würde das wohl nicht so sehr auffallen, sagen manche.



Dreischeibenhaus

Düsseldorfs Besucher, so wird allseits berichtet, scheiden  nur sehr ungern.

 

H. H. meint sicherlich auch hierzu:

 

Und scheint die Sonne noch so schön,

Am Ende muß sie untergehn!

H.H. 1837

 

Demjenigen, der mit dem Stab auf den Felsen der deutschen Sprache schlug, auf seiner "Matratzengruft" das "Diesseits" und Mouche liebte, der eine Wanderung durch sein Düsseldorf guthieße, gebühren die Worte:

 

Unser Grab erwärmt der Ruhm,

Torenworte! Narrentum!

Eine bessre Wärme gibt

Eine Kuhmagd, die verliebt

Uns mit dicken Lippen küsst

Und beträchtlich riecht nach Mist.

Gleichfalls eine bessre Wärme

Wärmt dem Menschen die Gedärme,

Wenn er Glühwein trinkt und Punsch

oder Grog nach Herzenswunsch,

In den niedrigsten Spelunken,

Unter Dieben und Halunken,

Die dem Galgen sind entlaufen,

Aber leben, atmen schnaufen,

Und beneidenswerter sind,

Als der Thetis großes Kind -

Der Pelide sprach mit Recht:

Leben wie der ärmste Knecht

In der Oberwelt ist besser,

Als am stygischen Gewässer

Schattenführer sein, ein Heros, den besungen selbst Homeros.

 

Rettungsschirme vor der Johanneskirche und dem Justizministerium

Selbstverständlich kommen alle Besucher Düsseldorfs auch mit dem hier typischen Sauerkraut in Berührung – ein deutsches Kraut meint Ludwig Uhland

 

"Auch unser edles Sauerkraut,

Wir sollen's nicht vergessen;

Ein Deutscher hat's zuerst gebaut,

Drum ist's ein deutsches Essen.

Wenn solch ein Fleischlein, weiß und mild,

Im Kraute liegt, das ist ein Bild

Wie Venus in den Rosen."

 

So meinte auch Heinrich Heine:

 

Sei mir gegrüßt, mein Sauerkraut,

Holdselig sind deine Gerüche!”

 

Natürlich sagte er, ganz Kenner, dies fach-- und sachkundig deutlich und nachhaltig. (Deutschland. Ein Wintermärchen). Kannte er doch auch das Kraut aus Baden, Bayern, Hessen, usw.

Kö Busse zur Stadtrundfahrt bereit

Nach kräftigem Trunk also und toller  Düsseldorfer Küche Rheinischer Küche – erinnere man sich Zuhause wieder wehmutsvoll an H. Hs. Worte:

 

Ich danke dem Schöpfer in der Höh',

Der durch sein großes "Werde"

Die Auster geschaffen in der See

Und den Weinstock auf der Erde;

Der auch Zitronen wachsen ließ,

Die Auster zu betauen,

                                                    Nun lass' mich, Vater in der Nacht

                                                    Das Essen gut verdauen!

 

Der Mann von Mathilde meinte:

 

Wir wollen auf Erden glücklich sein,

Und wollen nicht mehr darben;

Verschlemmen soll nicht der faule Bauch,

Was fleißige Hände erwarben.

Es wächst hinieden Brot genug

                                                           Für alle Menschenkinder,

                                                           Auch Rosen und Myrten, Schönheit und Lust,

                                                           Und Zuckererbsen nicht minder.

 

Der Autor geht davon aus, dass Besucher Düsseldorf nicht alles bis zur letzten Münze "ausgegeben" haben, denn ohne selbige unter der Zunge gab es früher Probleme beim Fährmann. Heute bei der Rheinbahn oder beim Taxifahrer.

 

Die Stadt Düsseldorf ist sehr schön, und wenn man in der Ferne an sie denkt und zufällig dort geboren ist, wird einem wunderlich zumute. Ich bin dort geboren und es ist mir, als müsste ich gleich nach Hause geh'n.

 

Nun, noch geht es nicht nach Hause. Es gilt nun noch die Düsseldorfer Brauereien zu besuchen, die nicht in der Altstadt brauen.

Man wird feststellen, dass deren Altbiere auch außerhalbe der Altstadt sehr munden.

Brauhaus Johann Albrecht

Brauhaus Albrecht (Bronze) - Frankenheim – Gulasch – Schlösser – Schumacher.

 

Das sind sie, diejenigen, die nicht in der Altstadt brauen, aber deshalb niemals vergessen werden. Schänkt (sie werden halt leider nicht geschenkt) man sie doch ebenfalls, wie bereits berichtet an einigen Stelle auch in der Altstadt aus.

Brauhaus Johann Albrecht, Braukessel

Brauhaus Joh. Albrecht

Joh. Albrecht braut in Düsseldorf, und zwar in Niederkassel. Sicherlich ist dies ein besonders schöner Stadtteil, lädt dieser doch auch zu Wanderungen ein – am Rhein entlang, durch Niederkassel, wie auch immer. Es lohnt sich beides.

 

Frankenheim, Wielandstrasse

Frankenheim

Frankenheim wird auf der Wielandstraße gebraut.

 

 


Alter Bahnhof Oberkassel

Gulasch

Der Gulasch braut jetzt im alten Bahnhof am Belsenplatz. Der Gulasch ist einer der beiden Inhaber. Niemand weiß bisher, außer den beiden natürlich, warum er nun Gulasch heißt. Man möge das Geheimnis doch endlich lüften.

 

 

Schumacher, Oststrasse

Schumacher auf der Oststraße.

Egal aus welcher Richtung man kommen möge, stets sind sich die Düsseldorferinnen und die Düsseldorfer vor Augen zu halten.

 

 

Schumacher, Oststrasse, Sudhaus

Überall in Düsseldorf erleben die Besucherinnen und Besucher, dass „die“ Düsseldorferin eben nicht so ist, wie man in einigen Medien lesen konnte. Man erlebt auch den Düsseldorfer als völlig anders, wie hier in einigen der Medien trefflich berichtet wird.

Man möge kommen sehen und selbst urteilen. Es wird nicht schwer fallen, dass die folgenden Worte Heines nicht Düsseldorf betreffen. Man schaue hierzu ruhig (sehr ruhig) in einige Schaufenster. Der kalte Schweiß wird dann manchmal ausbrechen. Es sind halt eben Auslagen für „Shopper“.

 

 

nach Eis anstehen

 

Die anderen finden ihre eigenen Abkühlungen.

H.H. befand , natürlich nicht die „Düsseldorfer“ betreffend:

 

Hat man viel, so wird man bald

Noch viel mehr dazu bekommen.

Wer nur wenig hat, dem wird

Auch das wenige genommen.

Wenn du aber gar nichts hast,

Ach, so lasse dich begraben -

Denn ein Recht zum Leben, Lump,

Haben nur, die etwas haben.

 

 

nach Eis anstehen

Das ist schön bei uns Deutschen; keiner ist so verrückt, dass er nicht einen noch Verrückteren fände, der ihn versteht.

 


Wen wundert es, dass wir Düsseldorfer auch um Heinrich Heine beneidet werden.